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Wachstum: Preise, Auslastung und Rentabilität

Lohnt sich eine Wohnmobilvermietung? Rechnung mit echten Zahlen

Lohnt sich eine Wohnmobilvermietung? Kosten, Umsatz, Break-even und Risiken mit Beispielrechnung für ein und drei Fahrzeuge. Mit Gründer-Checkliste.

Redaktion CamperSoft Aktualisiert 6 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. 1Die drei Zahlen, die alles entscheiden
  2. 2Beispielrechnung: ein Fahrzeug
  3. 3Der Break-even
  4. 4Beispielrechnung: drei Fahrzeuge
  5. 5Neu, gebraucht oder geleast?
  6. 6Fünf Stellschrauben für ein besseres Ergebnis
  7. 7Risiken, die in vielen Rechnungen fehlen
  8. 8Checkliste vor dem Start
  9. 9Wie Software die Rechnung verbessert
  10. 10Fazit

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei Zahlen entscheiden: Anschaffungskosten, Miettage pro Jahr und erzielbarer Tagespreis.
  • Im Beispiel liegt der Break-even bei rund 113 Miettagen, jeder weitere Tag bringt etwa 131 Euro.
  • Planen Sie im ersten Jahr konservativ mit rund 100 Miettagen.
  • Nebensaison, Direktbuchungen und digitale Abläufe sind die stärksten Hebel.

Stand: 2026

Die Frage, ob sich eine Wohnmobilvermietung lohnt, hören wir fast täglich. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, und zwar vor allem auf drei Zahlen: Anschaffungskosten, Miettage pro Jahr und durchschnittlicher Tagespreis. Dieser Artikel rechnet ein Beispiel mit einem und mit drei Fahrzeugen vollständig durch, zeigt den Break-even und nennt die Risiken, die in vielen Rechnungen fehlen.

Alle Zahlen sind Beispielwerte für den deutschen Markt. Setzen Sie Ihre eigenen Angebote und Preise ein, bevor Sie eine Entscheidung treffen, und sprechen Sie mit Ihrer Steuerberatung. Weitere Artikel zum Thema finden Sie im Themenbereich Wachstum.

Die drei Zahlen, die alles entscheiden

Anschaffung: Ein neues teilintegriertes Wohnmobil kostet je nach Ausstattung oft 65.000 bis 90.000 Euro, ein ausgebauter Kastenwagen 55.000 bis 75.000 Euro. Gebrauchte Fahrzeuge sind günstiger, aber wartungsintensiver.

Miettage: Realistisch sind im ersten Jahr 80 bis 110 Miettage, bei etablierten Vermietern 110 bis 150. Die Hauptsaison von Juni bis August ist schnell voll, entscheidend sind Frühjahr und Herbst.

Tagespreis: Je nach Saison, Fahrzeug und Region zwischen 80 Euro in der Nebensaison und 180 Euro in der Hauptsaison. Der gewichtete Durchschnitt liegt bei vielen Vermietern zwischen 110 und 140 Euro.

Beispielrechnung: ein Fahrzeug

Annahmen: neuer Kastenwagen für 68.000 Euro, Finanzierung über fünf Jahre, Restwert nach fünf Jahren 38.000 Euro, 120 Miettage zu durchschnittlich 125 Euro.

Fixkosten pro Jahr

Position Betrag
Wertverlust (68.000 € − 38.000 €) / 5 Jahre 6.000 €
Zinsen (ca. 5 % auf durchschnittlich 50.000 €) 2.500 €
Selbstfahrervermietversicherung 2.300 €
Kfz-Steuer 350 €
Wartung, Reparaturen, Reifen 1.600 €
Stellplatz 900 €
Software, Website, Marketing 1.200 €
Fixkosten gesamt 14.850 €

Variable Kosten pro Miete

Bei durchschnittlich acht Tagen pro Miete sind das 15 Mieten pro Jahr.

Position pro Miete Betrag
Reinigung (Material und Zeit) 60 €
Verschleiß, Gas, Kleinteile 40 €
Zahlungsgebühren (ca. 2 % auf 1.000 €) 20 €
Variable Kosten pro Miete 120 €
Variable Kosten pro Jahr (15 Mieten) 1.800 €

Ergebnis

Position Betrag
Umsatz (120 Tage × 125 €) 15.000 €
Extras (Endreinigung, Fahrradträger, Bettwäsche, 15 × 80 €) 1.200 €
Servicepauschale (15 × 90 €) 1.350 €
Gesamtumsatz 17.550 €
Fixkosten −14.850 €
Variable Kosten −1.800 €
Ergebnis vor Steuern und eigener Arbeitszeit 900 €

Das Ergebnis wirkt ernüchternd. Doch es enthält bereits den vollen Wertverlust; der Restwert von 38.000 Euro fließt Ihnen beim Verkauf zu. Außerdem steigt das Ergebnis mit jedem zusätzlichen Miettag deutlich, weil die Fixkosten bereits gedeckt sind.

Der Break-even

Wie viele Miettage brauchen Sie, damit alle Kosten gedeckt sind? Pro Miettag bringen Sie im Beispiel 125 Euro Miete plus rund 21 Euro aus Extras und Servicepauschale, abzüglich 15 Euro variabler Kosten. Das sind etwa 131 Euro Deckungsbeitrag pro Tag.

Break-even = Fixkosten / Deckungsbeitrag pro Tag = 14.850 € / 131 € ≈ 113 Miettage

Miettage Ergebnis
90 −3.060 €
113 ± 0 €
130 +2.180 €
150 +4.800 €

Jeder Miettag über dem Break-even bringt rund 131 Euro Gewinn. Deshalb ist die Auslastung in Frühjahr und Herbst so wichtig. Strategien dazu finden Sie im Artikel Wohnmobilvermietung Auslastung erhöhen.

Beispielrechnung: drei Fahrzeuge

Mit drei Fahrzeugen verteilen sich einige Fixkosten wie Software, Website und Marketing auf mehr Miettage, und Sie können Stellplatz und Werkstatt besser verhandeln.

Position 1 Fahrzeug 3 Fahrzeuge
Fixkosten Fahrzeuge 13.650 € 40.950 €
Software, Website, Marketing 1.200 € 2.400 €
Fixkosten gesamt 14.850 € 43.350 €
Miettage 120 360
Gesamtumsatz 17.550 € 52.650 €
Variable Kosten 1.800 € 5.400 €
Ergebnis 900 € 3.900 €

Das Ergebnis pro Fahrzeug steigt von 900 auf 1.300 Euro, weil die gemeinsamen Kosten geteilt werden. Gleichzeitig steigt aber auch der Arbeitsaufwand: 45 statt 15 Übergaben pro Saison.

Neu, gebraucht oder geleast?

Die Art der Anschaffung verändert die Rechnung erheblich. Jede Variante hat Vor- und Nachteile.

Variante Vorteile Nachteile
Neufahrzeug kaufen Garantie, wenig Ausfälle, attraktiv für Gäste hoher Wertverlust in den ersten Jahren, hohe Finanzierung
Gebrauchtfahrzeug (3–5 Jahre) geringerer Wertverlust, niedrigere Rate mehr Wartung, höheres Ausfallrisiko, weniger Garantie
Leasing oder Mietkauf planbare Rate, wenig Eigenkapital Kilometerbegrenzung, Vertragsbindung, oft teurer in Summe
Rückkaufvereinbarung mit Händler planbarer Restwert eingeschränkte Fahrzeugwahl, Auflagen zu Zustand und Laufleistung

Was passiert bei 20 Prozent weniger Kaufpreis?

Kostet das Fahrzeug 54.400 statt 68.000 Euro und liegt der Restwert nach fünf Jahren bei 32.000 Euro, sinkt der jährliche Wertverlust von 6.000 auf 4.480 Euro, die Zinsen fallen um rund 500 Euro. Der Break-even sinkt damit von 113 auf etwa 98 Miettage. Höhere Wartungskosten fressen davon allerdings einen Teil wieder auf. Rechnen Sie beide Varianten mit konkreten Angeboten durch.

Fünf Stellschrauben für ein besseres Ergebnis

  1. Preise nach Saison staffeln. Ein um zehn Euro höherer Durchschnittspreis bringt bei 120 Tagen 1.200 Euro mehr. Wie Sie kalkulieren, zeigt der Artikel Wohnmobilvermietung Preise kalkulieren.
  2. Nebensaison füllen. 15 zusätzliche Miettage im Herbst bringen rund 2.000 Euro.
  3. Direktbuchungen stärken. Jede Buchung ohne Portal spart 12 bis 20 Prozent Provision.
  4. Extras anbieten. Endreinigung, Fahrradträger, Bettwäsche, Campingmöbel und Hundepaket erhöhen den Buchungswert ohne Zusatzkosten bei der Anschaffung.
  5. Zeit sparen. Eine Software, die Verträge, Zahlungen und Protokolle automatisiert, spart pro Buchung 20 bis 30 Minuten.

Risiken, die in vielen Rechnungen fehlen

Schäden über der Selbstbeteiligung. Die Versicherung deckt große Schäden, aber Ausfalltage in der Werkstatt bezahlt niemand. Planen Sie fünf bis zehn Ausfalltage pro Jahr ein.

Wertverlust bei Überangebot. Wenn viele Vermieter gleichzeitig verkaufen, sinken Gebrauchtpreise. Rechnen Sie den Restwert eher vorsichtig.

Saisonabhängigkeit. Ein verregneter Sommer oder eine Krise kann Buchungen kosten. Halten Sie eine Liquiditätsreserve von mindestens drei Monatsraten vor.

Eigene Arbeitszeit. Die Rechnung enthält Ihre Arbeitszeit nicht. Bei 15 Mieten mit je drei Stunden für Übergabe, Rückgabe und Reinigung sind das 45 Stunden pro Fahrzeug und Saison, dazu Kommunikation und Verwaltung.

Rechtliche Anforderungen. Gewerbeanmeldung, Versicherung, Mietvertrag und Datenschutz kosten Zeit und gegebenenfalls Beratung.

Checkliste vor dem Start

  • Angebot für Selbstfahrervermietversicherung eingeholt
  • Finanzierung und Liquiditätsreserve geplant
  • Stellplatz mit Platz für Übergaben gesichert
  • Gewerbe angemeldet und steuerliche Fragen geklärt
  • Mietvertrag und Mietbedingungen erstellt und geprüft
  • Preise nach Saison kalkuliert
  • Website mit Online-Buchung eingerichtet
  • Ablauf für Übergabe, Rückgabe und Reinigung definiert
  • Break-even in Miettagen berechnet
  • Plan für die Nebensaison entwickelt

Wie Software die Rechnung verbessert

Software ist kein Kostenfaktor, der die Rechnung verschlechtert, sondern einer der Hebel, um sie zu verbessern. Ein eigenes Buchungs-Widget bringt provisionsfreie Direktbuchungen, Online-Zahlung sichert Anzahlungen, automatische Verträge und Protokolle sparen Zeit.

Unsere Software bietet genau diese Grundlagen, inklusive Flottenkalender mit Tagespreisen und Wartungserinnerungen. Wie Sie Anbieter vergleichen, zeigt der Artikel Die beste Vermietungssoftware für Wohnmobile finden. Unsere Pakete finden Sie auf der Produktseite.

Fazit

Eine Wohnmobilvermietung lohnt sich, wenn Sie den Break-even zuverlässig überschreiten. In unserem Beispiel liegt er bei rund 113 Miettagen; jeder weitere Tag bringt etwa 131 Euro. Wer realistisch kalkuliert, die Nebensaison aktiv vermarktet, Direktbuchungen stärkt und Abläufe digitalisiert, kann mit einem bis drei Fahrzeugen ein solides Zusatzeinkommen aufbauen. Wer dagegen mit 150 Miettagen im ersten Jahr und Hochsaisonpreisen rechnet, wird enttäuscht.

Ein guter Kompromiss für den Start: ein junges Gebrauchtfahrzeug, eine konservative Planung mit 100 Miettagen und ein klarer Plan für Frühjahr und Herbst. Läuft das erste Jahr besser als geplant, ist ein zweites Fahrzeug schnell angeschafft. Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen und lesen Sie als Nächstes, wie Sie Ihre Preise kalkulieren.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man mit einem Mietwohnmobil?

Das hängt stark von Anschaffungspreis, Auslastung und Tagespreis ab. In unserer Beispielrechnung bleiben bei 120 Miettagen und 125 Euro Durchschnittspreis nach allen Kosten rund 2.000 bis 4.000 Euro vor Steuern pro Jahr übrig. Bei schlechter Auslastung kann das Ergebnis auch negativ sein.

Ab wie vielen Miettagen lohnt sich ein Wohnmobil?

In unserem Beispiel liegt der Break-even bei etwa 100 Miettagen pro Jahr. Ihr Wert hängt vor allem von Finanzierung, Versicherung und Ihrem Durchschnittspreis ab.

Kann ich mein privates Wohnmobil vermieten?

Ja, aber für eine regelmäßige Vermietung brauchen Sie in der Regel eine gewerbliche Anmeldung, eine Selbstfahrervermietversicherung und eine entsprechende Zulassung. Klären Sie das vorab mit Versicherung und Zulassungsstelle.

Ist eine Wohnmobilvermietung als Nebenerwerb möglich?

Ja, viele Vermieter starten mit ein bis zwei Fahrzeugen im Nebenerwerb. Planen Sie aber ein, dass Übergaben und Rückgaben in der Saison vor allem freitags und samstags anfallen.