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Wachstum: Preise, Auslastung und Rentabilität

Wohnmobilvermietung Preise kalkulieren: Schritt für Schritt zum richtigen Tagespreis

So kalkulieren Sie die Preise Ihrer Wohnmobilvermietung: Mindestpreis aus Kosten, Saisonfaktoren, Extras, Kaution und Rabatte. Mit Rechentabellen.

Redaktion CamperSoft Aktualisiert 6 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. 1Schritt 1: Kosten pro Jahr ermitteln
  2. 2Schritt 2: Mindestpreis berechnen
  3. 3Schritt 3: Saisonen festlegen
  4. 4Schritt 4: Saisonfaktoren anwenden
  5. 5Schritt 5: Extras und Pauschalen
  6. 6Schritt 6: Kaution, Selbstbeteiligung und Kilometer
  7. 7Schritt 7: Rabatte gezielt einsetzen
  8. 8Schritt 8: Den Markt prüfen
  9. 9Preise richtig kommunizieren
  10. 10Typische Fehler bei der Preiskalkulation
  11. 11Checkliste: Preiskalkulation
  12. 12Preise in unserer Software abbilden
  13. 13Fazit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ermitteln Sie zuerst Ihre Jahreskosten und daraus einen Mindestpreis pro Miettag.
  • Saisonfaktoren staffeln den Grundpreis nach Nachfrage.
  • Extras, Pauschalen, Kaution und Kilometer gehören in ein stimmiges Preismodell.
  • Kommunizieren Sie transparente Gesamtpreise statt niedriger Tagespreise mit vielen Zusatzkosten.

Stand: 2026

Viele Vermieter setzen ihre Preise nach Gefühl oder schauen, was die Konkurrenz verlangt. Beides ist ein Anfang, aber keine Kalkulation. Wer seine Kosten nicht kennt, verkauft in der Nebensaison womöglich unter Selbstkosten und lässt in der Hauptsaison Geld liegen.

Dieser Artikel zeigt Schritt für Schritt, wie Sie aus Ihren Kosten einen Mindestpreis ableiten, ihn mit Saisonfaktoren staffeln und mit Extras, Pauschalen und Rabatten zu einem stimmigen Preismodell ausbauen.

Alle Zahlen sind Beispielwerte. Weitere Artikel finden Sie im Themenbereich Wachstum.

Schritt 1: Kosten pro Jahr ermitteln

Grundlage jeder Kalkulation sind Ihre Kosten. Unterscheiden Sie zwischen Fixkosten, die unabhängig von Buchungen anfallen, und variablen Kosten pro Miete.

Fixkosten pro Fahrzeug und Jahr Beispiel
Wertverlust oder Leasingrate 6.000 €
Zinsen 2.500 €
Versicherung 2.300 €
Steuer 350 €
Wartung, Reparaturen, Reifen 1.600 €
Stellplatz 900 €
Anteil Software, Website, Marketing 1.200 €
Summe 14.850 €
Variable Kosten pro Miete Beispiel
Reinigung 60 €
Verschleiß, Gas, Kleinteile 40 €
Zahlungsgebühren 20 €
Summe 120 €

Wie diese Werte zustande kommen, erklärt der Artikel Lohnt sich eine Wohnmobilvermietung? ausführlich.

Schritt 2: Mindestpreis berechnen

Der Mindestpreis ist der Tagespreis, den Sie im Durchschnitt erzielen müssen, um alle Kosten zu decken. Dafür brauchen Sie eine realistische Zahl an Miettagen.

Mindestpreis = (Fixkosten + variable Kosten pro Jahr) / Miettage

Bei 110 Miettagen und durchschnittlich acht Tagen pro Miete sind das knapp 14 Mieten mit variablen Kosten von rund 1.650 Euro:

(14.850 € + 1.650 €) / 110 Tage = 150 € pro Tag

Das ist der Durchschnittspreis, bei dem Sie ohne Gewinn und ohne Bezahlung Ihrer eigenen Arbeitszeit arbeiten. Rechnen Sie einen Aufschlag für Gewinn und Arbeitszeit hinzu, zum Beispiel 15 Prozent. Ihr Zielpreis liegt dann bei rund 172 Euro im Durchschnitt.

Schritt 3: Saisonen festlegen

Ein Durchschnittspreis von 152 Euro bedeutet nicht, dass jeder Tag 152 Euro kostet. Die Nachfrage schwankt stark über das Jahr. Teilen Sie das Jahr in Saisonen ein, zum Beispiel so:

Saison Zeitraum (Beispiel) Nachfrage
Hauptsaison Sommerferien der bevölkerungsreichen Bundesländer, ca. Ende Juni bis Anfang September sehr hoch
Zwischensaison Ostern, Pfingsten, Mai, September hoch
Nebensaison April, Oktober mittel
Wintersaison November bis März gering

Prüfen Sie die Ferientermine der Bundesländer, aus denen Ihre Gäste kommen. Die Sommerferien verschieben sich jedes Jahr, und damit auch Ihre Hauptsaison.

Schritt 4: Saisonfaktoren anwenden

Legen Sie einen Basispreis fest und multiplizieren Sie ihn mit einem Faktor pro Saison. Ziel ist, dass der gewichtete Durchschnitt Ihren Zielpreis erreicht.

Saison Faktor Tagespreis bei 125 € Basis Erwartete Miettage Umsatz
Hauptsaison 1,45 181 € 55 9.955 €
Zwischensaison 1,15 144 € 30 4.320 €
Nebensaison 0,90 113 € 18 2.034 €
Wintersaison 0,70 88 € 7 616 €
Summe 110 16.925 €

Der gewichtete Durchschnitt liegt bei 16.925 € / 110 = rund 154 Euro und damit knapp über dem nötigen Mietpreis von 152 Euro. Liegt er darunter, erhöhen Sie den Basispreis oder die Faktoren der stark nachgefragten Saisonen.

Mindestmietdauer je Saison

Die Mindestmietdauer ist ein zweiter Preishebel. In der Hauptsaison sind sieben Nächte üblich, weil jeder Wechsel Arbeit kostet und die Nachfrage ohnehin hoch ist. In der Nebensaison senken drei Nächte oder Wochenendmieten die Einstiegshürde. Wie Sie Lücken mit flexibler Mindestmietdauer füllen, zeigt der Artikel Fahrzeugverfügbarkeit in Echtzeit.

Schritt 5: Extras und Pauschalen

Extras erhöhen den Umsatz pro Buchung und verursachen kaum Fixkosten. Beliebte Extras mit typischen Preisen:

Extra Preis (Beispiel) Abrechnung
Servicepauschale (Einweisung, Gas, Grundausstattung) 90 € pro Miete
Endreinigung innen 120 € pro Miete
Bettwäsche und Handtücher 15 € pro Person
Fahrradträger 5 € pro Tag, max. 50 €
Campingmöbel-Set 3 € pro Tag, max. 30 €
Hund 60 € pro Miete
Zusätzlicher Fahrer 25 € pro Miete
Kilometerpaket unbegrenzt 15 € pro Tag

Zeigen Sie Extras in der Buchungsstrecke mit Bild und Preis. Ein gut präsentiertes Extra-Angebot erhöht den durchschnittlichen Buchungswert oft um zehn Prozent und mehr.

Schritt 6: Kaution, Selbstbeteiligung und Kilometer

Kaution: Kein Umsatz, aber Teil des Preismodells. Üblich ist eine Kaution in Höhe der Selbstbeteiligung, zum Beispiel 1.500 Euro.

Selbstbeteiligung reduzieren: Viele Vermieter bieten gegen Aufpreis eine reduzierte Selbstbeteiligung an, etwa 15 Euro pro Tag für eine Reduktion von 1.500 auf 500 Euro. Prüfen Sie mit Ihrer Versicherung, was möglich ist.

Freikilometer: 200 bis 300 Kilometer pro Tag sind üblich, Mehrkilometer kosten 0,25 bis 0,40 Euro. Eine Begrenzung schützt vor übermäßigem Verschleiß, darf Gäste aber nicht abschrecken.

Schritt 7: Rabatte gezielt einsetzen

Rabatte sind kein Selbstzweck. Sie sollen ein konkretes Ziel erreichen.

  • Langzeitrabatt ab 14 oder 21 Nächten: weniger Wechsel, weniger Reinigung.
  • Frühbucherrabatt bis zu einem Stichtag: frühe Planungssicherheit und Liquidität.
  • Last-Minute-Angebote für Lücken in den nächsten zwei Wochen: Leerstand vermeiden.
  • Stammkundenrabatt: Wiederbuchungen ohne Marketingkosten.

Schritt 8: Den Markt prüfen

Erst jetzt lohnt der Blick auf andere Vermieter in Ihrer Region. Vergleichen Sie nicht nur den Tagespreis, sondern den Gesamtpreis einer typischen Buchung, zum Beispiel zwei Wochen im Juli für zwei Erwachsene und zwei Kinder inklusive Servicepauschale, Bettwäsche und Endreinigung.

Liegen Sie deutlich darüber, brauchen Sie ein überzeugendes Argument: neueres Fahrzeug, bessere Ausstattung, flexiblere Bedingungen. Liegen Sie deutlich darunter, verschenken Sie vermutlich Geld.

Preise richtig kommunizieren

Ein gut kalkulierter Preis muss auch verstanden werden. Zeigen Sie auf Ihrer Website „ab"-Preise pro Saison, aber immer mit Hinweis auf die Servicepauschale. In der Buchungsstrecke sieht der Gast dann den exakten Gesamtpreis für seinen Zeitraum.

Erklären Sie kurz, was im Preis enthalten ist: Versicherung, Freikilometer, Gasflaschen, Grundausstattung. Gäste vergleichen Gesamtpreise, und ein transparenter Preis mit klarer Leistung schlägt oft einen niedrigeren Tagespreis mit vielen Zusatzkosten.

Typische Fehler bei der Preiskalkulation

Nur nach der Konkurrenz kalkulieren. Die Konkurrenz hat andere Kosten, andere Fahrzeuge und vielleicht andere Ziele.

Zu viele Miettage annehmen. Wer mit 150 Miettagen im ersten Jahr rechnet, setzt den Preis zu niedrig an.

Eigene Arbeitszeit vergessen. Auch wenn Sie selbst übergeben und reinigen, kostet diese Zeit Geld.

Preise nie anpassen. Kosten steigen, Ferientermine verschieben sich. Prüfen Sie Ihre Preise jedes Jahr im Herbst.

Versteckte Gebühren. Pauschalen, die erst im Vertrag auftauchen, kosten Vertrauen und Buchungen. Zeigen Sie den Gesamtpreis von Anfang an.

Checkliste: Preiskalkulation

  • Fixkosten pro Fahrzeug und Jahr ermittelt
  • Variable Kosten pro Miete ermittelt
  • Realistische Miettage angenommen
  • Mindestpreis und Zielpreis berechnet
  • Saisonen nach Ferienterminen festgelegt
  • Saisonfaktoren so gewählt, dass der Durchschnitt den Zielpreis erreicht
  • Mindestmietdauer je Saison festgelegt
  • Extras und Servicepauschale definiert
  • Kaution und Kilometerregelung festgelegt
  • Rabatte mit klarem Ziel definiert
  • Gesamtpreis einer typischen Buchung mit dem Markt verglichen

Preise in unserer Software abbilden

In unserer Software legen Sie Preise pro Fahrzeug und Zeitraum fest, Extras mit Preis und Höchstmenge pro Station. Der Flottenkalender zeigt den Tagespreis in jeder Zelle, sodass Sie Ihre Preisstruktur über das ganze Jahr im Blick haben.

Das Buchungs-Widget berechnet den Gesamtpreis inklusive Extras serverseitig. Saisonpläne, Mietgruppen sowie Rabatte und Gutscheine bilden Sie im Modul Preise & Aktionen ab. Mehr auf der Produktseite.

Fazit

Eine gute Preiskalkulation beginnt bei Ihren Kosten, nicht bei der Konkurrenz. Aus Fixkosten, variablen Kosten und realistischen Miettagen ergibt sich der Mindestpreis. Saisonfaktoren und Mindestmietdauer verteilen ihn sinnvoll über das Jahr, Extras und gezielte Rabatte verbessern das Ergebnis. Prüfen Sie Ihr Preismodell jährlich und lesen Sie als Nächstes, wie Sie die Auslastung erhöhen.

Häufige Fragen

Wie viel kostet ein Mietwohnmobil pro Tag?

In Deutschland liegen die Tagespreise je nach Fahrzeug, Saison und Region meist zwischen 80 und 200 Euro. Kastenwagen sind oft günstiger als große Alkoven- oder integrierte Fahrzeuge.

Sollte ich eine Servicepauschale verlangen?

Viele Vermieter berechnen eine einmalige Servicepauschale pro Miete für Einweisung, Gasflaschen und Grundausstattung. Sie muss im Gesamtpreis klar ausgewiesen sein.

Wie oft sollte ich meine Preise anpassen?

Grundpreise und Saisonen einmal jährlich, idealerweise im Herbst für das Folgejahr. Kurzfristige Anpassungen für Lücken und schwache Wochen bei Bedarf wöchentlich.

Wie hoch sollte die Kaution sein?

Üblich ist eine Kaution in Höhe der Selbstbeteiligung, oft 1.000 bis 2.500 Euro. Sie ist kein Umsatz und wird nach mängelfreier Rückgabe erstattet.

Sind Wochenrabatte sinnvoll?

Ja, wenn sie die Zahl der Wechsel reduzieren. Jede Übergabe kostet Zeit und Reinigung. Ein Rabatt von fünf bis zehn Prozent ab 14 Nächten ist häufig wirtschaftlich.